Unmögliches

Im Folgendem seht ihr ein faszinierendes Bild, welches innerhalb unseres räumlichen Denkens so gar nicht möglich ist und unseren Verstand auf die Probe stellt. Ich finde es faszinierend und (beim Betrachten) fordernd zu gleich:

Gerade die fehlende räumliche Logik macht den Reiz dieses Bildes aus. Man fühlt regelrecht, wie das Gehirn versucht, das Gesehene logisch zu interpretieren. Bei dieser Zeichnung hilft jedoch keine Logik. Im drei dimensionalen Raum ist das Dargestellte einfach nicht möglich. Der mir unbekannte Zeichner muss ein Genie gewesen sein, so etwas zu Papier zu bringen. Es mach einem bewusst, wie begrenzt doch die Fähigkeiten des menschlichen Verstands sind.

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Realität ist Ansichtssache

Wir können nur die Dinge wahrnehmen, für die unser Körper ausgelegt wurde. Die Dinge die wir wahrnehmen, können wir widerum nur in dem Umfang erleben, den uns das jeweilige Sinnesorgan, hinsichtlich seiner maximalen Leistung, bietet.

Optische Eindrücke nehmen wir in dem Umfang wahr, der uns durch unsere Augen zur Verfügung gestellt wird. Ohne unsere Augen könnten wir die Welt nicht optisch wahrnehmen.

Klangliche Eindrücke nehmen wir in dem Umfang wahr, der uns durch unsere Ohren zur Verfügung gestellt wird. Ohne unsere Ohren könnten wir die Welt nicht klanglich wahrnehmen.

Die Interpretation der visuellen und klanglichen Signale erfolgt dann schließlich im Gehirn. Man sieht also, wieviele Faktoren bei der Wahrnehmung unserer Realität eine Rolle spielen.

Fledermäuse orientieren sich beispielsweise durch Schallwellen zielsicher in der Dukelheit. Sie erleben unsere Welt auf eine andere Weise als wir Menschen.

Vögel dagegen kennen keine räumliche Tiefe, da ihre Augen seitlich anliegen. Auch sie erleben daher unsere Welt auf eine andere Weise als wir Menschen.

Man sieht: Realität ist also tatsächlich eine Sache der Perspektive und der Interpretation. Jedes Lebewesen erlebt ein und die selbe Welt auf eine andere Weise.

Theoretisch könnte unsere Welt in Wirklichkeit also auch ganz anders aussehen, als wir sie mit unseren menschlichen Sinnesorganen wahrnehmen. Wobei wir dabei wieder bei der Frage wären „Was ist die ‘Wirklichkeit’ oder die ‘Realität’“? Im Prinzip also nur die Summe unserer Wahrnehmungen interpretiert durch unser Gehirn.

Man stelle sich nur einmal vor, was für phantastische Möglichkeiten alternativer Wahrnehmung es gäbe, wenn der Mensch vielleicht noch zusätzliche, für uns undenkbare Sinnesorgane hätte. Doch allein die Annahme, dass es so etwas wie eine andere Art der Wahrnehmung gibt, bringt uns an die Grenzen der Leistungsfähigkeit unseres Verstandes.

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Als die Bomben fielen: Das Ende – der Anfang?

(Warnung: für Leute mit schwachem Gemüt ist diese Geschichte nicht geeignet!)

Als die Bomben fielen, war es den Menschen plötzlich egal, wer mit dem Krieg begonnen hatte und wer die Schuld an allem trug. Denn nun stand das Ende bevor. Der Tag des jüngsten Gerichts war gekommen. Es konnte sich jetzt nur noch um Minuten handeln.

Ich verfolge den Flug des atomaren Marschflugkörpers mit scharf geschaltetem Sprengkopf von meinem Balkon aus. Mit feurigem Schweif gleitet das Tot bringende Geschoss zielsicher, hoch am strahlend blauen Himmel, über meinen Kopf hinweg in Richtung Horizont. Im Angesicht des Todes bin ich gelassen. Tief im inneren wusste ich, dass es eines Tages so weit kommen wird. Wir wussten es alle.

Einige, so wie ich, stehen auf der Strasse oder den Dächern der benachbarten Häuser. Wir sehen dem Tod offen ins Gesicht. Andere wiederum haben sich in der Hoffnung verschanzt, irgendwie ihrem bereits besiegelten Schicksal entgehen zu können. Dazu haben sie sich während einer allgemeinen Massenpanik in tiefe Gewölbekeller öffentlicher Einrichtungen geflüchtet – dem städtischen Museum, dem Rathaus, dem Krankenhaus. Diejenigen, die keinen Platz mehr in einer dieser Refugien fanden, kratzten sich entweder die Fingernägel an den Türen der bereits überfüllten Gebäude blutig und flehten dem Wahnsinn nahe um Einlass, andere entschieden sich dafür, die Stadt schnellstmöglich zu verlassen, um im Schutze der Natur – in Wäldern und Höhlen – eine vermeintliche Zuflucht zu finden.

Ich fragte mich, wie sie sich das vorstellten. Sollten sie die direkten Folgen des Einschlags der Atombombe überleben, werden sie den tödlichen radioaktiven Strahlen hilflos ausgesetzt sein. Je nach Grad der Verstrahlung wird der Einzelne dann kurz oder längerfristig mehr oder weniger qualvoll krepieren. Ich selbst habe mich, wie einige andere auch, dafür entschieden, es gleich hinter mich zu bringen. Und so warte ich nun auf den nahen Tod …

Die Rakete verschwindet hinter dem Horizont. Stille. Dann – ein Lichtblitz, so hell wie tausend Sonnen, lässt das Firmament aufleuchten. Ich gehe zu Boden. Meine Augen schmerzen. Vollkommene Dunkelheit. Ich bin blind. Mit meinen Händen taste ich mich am Geländer des Balkons nach oben um wieder auf die Beine zu kommen. Meine Augenhöhlen brennen. Habe ich überhaupt noch Augen? Ich fühle wie etwas mein Gesicht herunter rinnt. Blut? Die Flüssigkeit meiner Augäpfel? Irrelevant! Es wird sowieso bald vorbei sein.

Die Erde unter meinen Füssen vibriert. Ich höre schreie. Schreie von Menschen in Todesangst. Die Erschütterungen werden immer stärker. Ich fühle einen zunehmenden Druck auf meiner Brust. Ein tiefes, bestialisches Grollen kündigt die nahende Katastrophe an. Mit einem Mal werde ich wie eine Puppe von den Füssen gefegt und gegen die Hauswand geschleudert. Von dort pralle ich ab und schmettere auf den Boden. Mein Hinterkopf blutet, mein rechter Arm schmerzt. Überall dieser ohrenbetäubende Lärm. Die Welt um mich herum scheint auseinander zu brechen.

Luft wird aus meiner Lunge heraus gepresst. Kein Atemzug ist mir mehr möglich. Mein Körper fühlt sich an, als würde er, wie eine Coladose von einem LKW, zerquetscht werden. Meine Lungen platzen. Ich erbreche Blut vermischt mit etwas unidentifizierbarem. Eine unglaubliche Hitze erfasst mich, doch ich bin weder im Stande zu schreien noch sonst irgendeinen Laut auszustoßen. Im Todeskampf fühle ich noch, wie sich die oberen Schichten meiner Haut ablösen, als würde man mit einem Hobel über ein Stück Holz fahren und dabei den Druck auf das Werkzeug beständig steigern. Mein Körper brennt. Meine Haare sind versengt. Meine Ohren werden weggerissen. Die Hitze schneidet mir immer weiter ins offen liegende Fleisch, in meine Knochen, in meinen Kopf. Wie ein Wurm windet sich der Rest meines bereits zum größten Teil verbrannten und versengten Körpers am Boden. Ich bin nun nicht mehr als ein Stück Fleisch, nicht einmal als die Karikatur eines Menschen zu bezeichnen.

Die Hitze nimmt immer weiter zu und ein letztes Mal breitet sich für den Bruchteil einer Sekunde so etwas wie ein Überlebenswillen in meiner geschundenen, fleischlichen Hülle auf – dann werde ich von der Hauptdruckwelle der Atomexplosion erfasst, die meinen Körper wie ein Blatt Papier in Stücke reißt. Ich spüre noch wie mir die Glieder von meinem Torso getrennt werden, bevor ich schließlich regelrecht pulverisiert werde.

Dann umfängt mich die unendliche Dunkelheit und Stille des Todes. Meine Seele ist frei. Alle Qualen sind vergessen. Körperlos gleite ich hinüber in eine andere Welt und in eine andere Art der Existenz. Dies war nicht das Ende. Es war der Anfang. Ich nehme ein helles Licht wahr und bewege mich darauf zu. Ich spüre, dass ich nicht alleine bin …

Die Geschichte stellt das Worst-Case Szenario dar, wie ich mir den Untergang der modernen Zivilisation und der Menschheit  vorstelle. Den Schrecken und die Qualen eines atomaren Bombardements, die es  für den Einzelnen bis zum Tod zu erleiden gilt, stehen bei meiner Geschichte im Vordergrund und werden bewusst übertrieben dargestellt. Inspiriert wurde ich für diese Geschichte durch diverse Endzeit-Filme wie „End of Days“, „Armageddon“, „Deep Impact“ und dem Katastrophen Film „Tornado“, der vor kurzem auf Pro7 ausgestrahlt wurde. Es wurde mir in Erinnerung gerufen, wie hilflos und schwach wir Menschen doch gegen solch übermächtige Dinge wie die Natur sind. Als ob dies jedoch nicht schon schlimm genug wäre, erschaffen wir selbst noch Waffen, die eine komplette Zivilisation ohne weiteres ausrotten können. Deshalb ist in meiner Geschichte keine Naturgewalt, sondern der Mensch selbst, Ursache für die Vernichtung der eigenen Spezies.

Das offene Ende soll zum Nachdenken darüber anregen, ob denn unser irdisches Leben wirklich schon alles ist. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass dieses Leben nur der Teil eines Ganzen ist. Beweise dafür gibt es nicht. Aber Hinweise und unerklärliche Phänomene gibt es zuhauf. Daher spricht man bei jeder Religion auch vom „Glauben“. Entweder man glaubt, oder man glaubt nicht. Jeder entscheidet für sich …

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Nachts auf dem Balkon

Finsternis umschlingt meine Seele wie die Dunkelheit der Nacht, die sich mit erdrückendem Schwarz über meine Heimatstadt legt. Ich stehe alleine auf dem Balkon meiner Wohnung und blicke in die Ferne. Alle Lichter im Haus sind gelöscht. Die Straßenlampen schalten sich automatisch ein und versuchen mit ihrem Licht gegen die Übermacht des Dunkeln anzukommen – vergeblich. Es herrscht absolute Stille. Keine Autos sind zu sehen. Keine Menschen sind unterwegs. Das leise Surren der Grillen schwebt wie hypnotischer Mönchsgesang durch die nächtliche Finsternis. Ein bedrohlich wirkender Mond steht hoch am Nachthimmel und blickt auf die kalte Erde herab. Seine Brüder und Schwestern, die Sterne und Himmelskörper, funkeln mystisch aus den Tiefen des Weltalls.

Ich lasse mich von den Eindrücken einlullen. Ich höre mein Herz pochen. Ich spüre jeden Atemzug. Ein Frösteln. Gänsehaut. Ein Schatten huscht über die Strasse – doch nichts ist zu sehen. Meine Augen spielen mir einen Streich. Die Realität verschwimmt in der Dunkelheit. Trotzdem sind meine Sinne geschärft. Ich spüre die Kälte der Nacht auf meiner Haut. Ich inhaliere Sie. Ich lasse mich fallen. Ich gebe mich ihr hin. Jetzt bin ich mit ihr verschmolzen. Wir sind eine Einheit. Geborgenheit und Überwältigung ob der Macht dieser Präsenz breitet sich wohlig in meinem Körper, in meinen Gliedmaßen aus. Mir wird bewusst, dass wir alle ein Teil eines Ganzen sind. Ich, alle Menschen auf der Erde, jeder Partikel aus den geheimsten Winkeln des Universums – wir sind eins.

Ich taumle. Wie benommen lasse ich mich auf den neben mir stehenden Liegestuhl sinken. Gefühlstrunken strecke ich mich aus und blicke, auf dem Rücken liegend, in den Nachthimmel. Ich fühle wie die Erde pulsiert. Ich spüre die Verbundenheit zwischen mir, jedem Lebewesen und jeder anderen Form des Seins. Meine sensibilisierten Sinne scheinen all diese neuen Eindrücke regelrecht zu absorbieren. Mit meinen Augen sehe ich Details, die mir zuvor nie aufgefallen sind. Neben und hinter den gut sichtbaren Sternen nehme ich erstmals kleinere, weitaus schwächer leuchtende Himmelskörper wahr. Einige davon bewegen sich langsam in eine Richtung oder verschwinden abrupt aus meinem Sichtfeld, sobald ich sie genauer zu erfassen versuche. Wir sind nicht allein. Oder handelt es sich nur um eine Überreizung meiner Sehnerven?

Ich lasse alles Geschehen, wehre mich nicht, kämpfe nicht gegen den offensichtlichen Overkill an unbeschreiblichen Emotionen und Eindrücken an. Mein Verstand, sofern dieser überhaupt noch einen Einfluss auf meinen Körper hat, pendelt zwischen Überwältigung, purer Hilflosigkeit angesichts der Informationsflut und angenehm befreiend wirkendem Wahnsinn. Mein Herz pocht. Mein Atem geht schwer. Meine Gliedmaßen wiegen Tonnen. Etwas ergreift Besitz von mir. Ich schließe die Augen. Von meinem Körperzentrum, leicht unterhalb des Bauchnabels her, breitet sich eine wohlige Wärme in Verbindung mit einem angenehmen kribbeln aus. Energie in ihrer ursprünglichsten Form durchflutet jeden Winkel, jedes Atom in mir. Sie scheint selbst das zu durchdringen, was wir Menschen so salopp als „Seele“ bezeichnen. Ich gebe auf. Mein Innerstes kapituliert. Ein letzter Aufschrei meines Unterbewusstseins geht im Chaos des unbegreiflichen Zustands meiner selbst verloren.

Und dann … Stille. Finsternis. Benommenheit. Unendlichkeit. Ich gleite sanft hinüber in eine andere Welt. Eine andere Dimension. Ein anderes Sein. Hier ist nichts von dem von Bedeutung, was einst war, nichts von dem was jetzt ist und nichts von dem was je sein wird. Ein Ort abseits der mit menschlichen Sinnesorganen greifbaren Realität. Gefühle sind hier nicht existent. Ich bin taub, stumm und blind – trotzdem nehme ich alles mit einer Intensität wahr, wie es kein menschliches oder tierisches Wesen auch nur annähernd könnte. Ich bin verloren, gefangen und frei zur gleichen Zeit. Keine störenden Gedanken belasten mich mehr. Kein Gefühl der Unsicherheit oder Zweifel nagen an meiner Seele. Ich fühle nichts. Körperlos gleite ich in der Substanz des Unfassbaren dahin. Und langsam aber sicher vergesse ich, wer oder was ich in meinem früheren Leben war. Dies ist der Ursprung. Dies ist mein Zuhause. Unser aller Zuhause …

Vögel zwitschern. Der Motor eines Autos wird angelassen. Kälte. Ich öffne meine Augen und blicke in das frühe Morgengrau des Himmels. Ein kribbeln in meinem Körper lässt eine schwache Erinnerung an etwas Geschehenes aufblühen – aber ich kann sie nicht greifen. Sie entzieht sich mir immer weiter, umso mehr ich versuche sie mir ins Gedächtnis zurück zu rufen. Ich gebe auf. Langsam erhebe ich mich aus dem Liegestuhl und blicke in die Ferne: am Horizont ist bereits das Licht des anbrechenden Tages zu sehen. Mich fröstelt. Doch ich fühle mich erstaunlich fit und ausgeruht. Ein neuer Tag wartet auf mich. Neue Herausforderungen stehen mir bevor. Die Erde hat mich wieder. Ich bin zurück.

Diese Kurzgeschichte widme ich allen Denkern, allen Leuten die sich nicht in ein Schema pressen lassen wollen und allen Menschen, die sich gerne ihre eigenen Gedanken über ein Thema machen. Das Leben ist mehr als wir mit unseren Augen sehen, mit unseren Ohren hören und mit unserem Körper fühlen können – davon bin ich überzeugt!

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